{"corpus":"steiner","locus":"GA 178/1917-11-16/p043","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dagegen entsteht von einzelnen Territorien aus sehr leicht das Bestreben, Macht und Macht und Macht zu erhöhen. Und die große Gefahr, daß in einseitiger Weise die Entwickelung der neueren Menschheit vorwärtsschreitet, die kann man nur beurteilen aus den konkreten, aus den wirklichen konkreten Verhältnissen heraus, wenn man weiß, wie die Erde ein Organismus ist, wenn man weiß, was eigentlich geschieht von den verschiedenen Punkten der Erde aus. Im Osten Europas ist verhältnismäßig wenig Neigung rein durch das, was von der Erde ausströmt, denn das Russentum zum Beispiel hängt wohl innig zusammen gerade durch den Boden, aber es nimmt ganz besondere Kräfte aus dem Boden heraus auf, und zwar Kräfte, die nicht von der Erde kommen. Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas — wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist — außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was — direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturpetiode.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Geheimnis des Doppelgängers. Geographische Medizin","site_heading":null,"date":"1917-11-16","location":null,"word_count":352,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/178/1917-11-16/p043","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/178/1917-11-16/p043"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/178/1917-11-16/p043","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}