Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund I

GA 178/1917-11-18/p004 ·1917-11-18 · original (original)
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Nun entsteht die Frage: Was ist es denn eigentlich, woran die Forscher der Gegenwart so ganz und gar nicht herankommen können und nicht kommen wollen? Sie erkennen an, daß ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins vorhanden ist; sie suchen ein Seelisches außerhalb des Bewußtseins; aber sie können sich nicht aufschwingen zu der Erkenntnis des Geistes selbst. Geist kann niemals durch den Begriff des Unbewußten irgendwie erfaßt werden; denn ein unbewußter Geist ist wie ein Mensch ohne Kopf. Nun habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht, daß aus gewissen hysterischen Zuständen heraus es sogar Menschen gibt, die auf der Straße herumgehen und bei andern Menschen nur die Körper, nicht die Köpfe schen. Das ist eine bestimmte Krankheitsform, wenn man von niemandem den Kopf sieht. So gibt es unter den heutigen Forschern auch Menschen, welche glauben, den ganzen Geist zu sehen; aber indem sie ihn als unbewußt hinstellen, zeigen sie zugleich, daß sie selbst von der Wahnvorstellung befallen sind, als ob es einen unbewußten Geist, einen Geist ohne Bewußtsein geben würde, wenn wir die Schwelle des Bewußtseins überschreiten, sei es in richtigem Sinne, wie wir das immer auf Grund geisteswissenschaftlicher Forschung beschrieben haben, sei es in krankhaft abnormer Weise, wie ja in den Fällen immer, die den Psychoanalytikern vorliegen.

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