Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund I

GA 178/1917-11-18/p006 ·1917-11-18 · original (original)
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Dies ist — gerade für die Aufgabe der Geisteswissenschaft in unserer Zeit — außerordentlich wichtig zu wissen, aus dem Grunde, weil das Wissen von dem jenseits der Schwelle gelegenen Geistgebiet, das Wissen von wirklichen, ihrer selbst bewußten Individualitäten nicht bloß eine Errungenschaft etwa der heutigen Geisteswissenschaft ist, sondern weil dies tatsächlich ein uraltes Wissen ist. Früher hat man es eben gewußt im Sinne der alten atavistischen Hellseherkunst. Heute weiß man es mit andern Mitteln, lernt es allmählich wissen. Aber das Wissen von wirklichen, außerhalb des menschlichen Bewußtseins befindlichen Geistern, die unter andern Bedingungen leben als die Menschen, die aber in fortwährendem Verhältnisse stehen zu den Menschen, von denen auch der Mensch ergriffen werden kann in seinem Denken, Fühlen und Wollen, dieses Wissen war immer da. Und dieses Wissen, das wurde immer betrachtet als ein Geheimgut bestimmter Brüderschaften, die dieses Wissen in ihrem Kreise als ein streng Esoterisches behandelten. Warum behandelten sie es als streng esoterisch ? Diese Frage zu erörtern, das würde in diesem Augenblick etwas zu weit führen; aber das soll gesagt werden, daß einzelne Brüderschaften von der ehrlichen Überzeugung immer durchdrungen waren, daß eben die Mehrzahl der Menschen nicht reif sei für dieses Wissen. Nun, das war ja auch bis zu einem hohen Grade der Fall. Aber viele andere Brüderschaften, die man Brüderschaften der Linken nennt, waren bestrebt, dieses Wissen für sich auch aus dem Grunde zu behalten, weil solches Wissen, von einer kleinen Gruppe in Besitz genommen, eine Macht gibt über die andern, die dieses Wissen nicht haben. Und immer hat es Bestrebungen gegeben, die darauf ausgingen, gewissen Gruppen Macht zu sichern über andere. Das konnte man dadurch herbeiführen, daß man ein gewisses Wissen betrachtete als ein esoterisches Gut, aber es ausnutzte, um die Macht über irgend etwas anderes auszudehnen.

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Cite: GA 178/1917-11-18/p006 · edition original