Individuelle Geistwesen und einheitlicher Weltengrund I
Nun ist das Eigentümliche, daß von diesem Unterbewußten, das wir mit uns tragen, unter allen Umständen Besitz ergreift eine andere Wesenheit. So daß wir nicht nur diese Zusammenfügung sind von Leib, Seele und Geist, und unsere von uns unabhängige Seele in unserem Leib durch die Welt tragen, sondern kurz vor der Geburt ergreift Besitz von den unterbewußten Teilen des Menschen eine andere Wesenheit. Diese ist da, diese unterbewußte Wesenheit, die geht mit dem Menschen den ganzen Weg zwischen Geburt und Tod. Etwas vor der Geburt kommt sie in den Menschen hinein und geht mit dem Menschen. Man kann sie auch etwa so charakterisieren, diese Wesenheit, die den Menschen ausfüllt in denjenigen Partien, die ihm nicht ins gewöhnliche Bewußtsein kommen: Sie ist eine sehr intelligente und eine solche, welche in ihrem Willen den Naturkräften ähnlich ist, eine Wesenheit also, die sehr intelligent ist, und mit einem Willen begabt, der den Naturkräften sehr verwandt ist, viel verwandter, als der Mensch mit seinem Willen den Naturkräften verwandt ist. Die Eigentümlichkeit muß ich aber doch hervorheben, daß sie außerordentlich große Gefahr leiden würde, wenn sie unter den jetzigen Verhältnissen mit dem Menschen den Tod mitmachen würde. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen kann die Wesenheit nicht den Tod mitmachen; sie verschwindet also auch kurz vor dem Tode, muß sich dann immer retten, doch sie hat allerdings das Bestreben, das Menschenleben so einzurichten, daß sie sich den Tod erobern kann. Aber das wäre etwas Furchtbares für die menschliche Entwickelung, wenn diese Wesenheit, die so von dem Menschen Besitz ergreift, auch noch den Tod sich erobern könnte, wenn sie mit dem Menschen sterben könnte und auf diese Weise in die Welten hineinkommen könnte mit dem Menschen, die der Mensch nach dem Tode betritt. Sie muß immer vorher von dem Menschen Abschied nehmen, bevor der Mensch nach dem Tode die geistige Welt betritt. Das wird ihr in manchen Fällen recht schwierig, und da kommen allerlei Komplikationen vor. Aber die Sache ist so: diese Wesenheit, die völlig im Unterbewußten waltet, ist sehr, sehr abhängig von der Erde als ganzem Organismus.
Cite:
GA 178/1917-11-18/p041 · edition original