Dritter Vortrag
Sie wissen ja alle, daß derjenige, der fest drinnensteht im Erfassen der geisteswissenschaftlichen Impulse, versuchen kann, mit denjenigen in Verbindung zu bleiben, die hingegangen sind durch die Pforte des Todes. Und an den Gedanken der Geisteswissenschaft, an den Ideen, die wir uns bilden über die Vorgänge in den geistigen Welten, haben wir solche Gedanken, die uns Erdenmenschen verständlich sind, die aber auch den toten Seelen verständlich sind. Und daraus ergibt sich dasjenige, was wir nennen: Vorlesen den Toten. Wenn wir gerade über Materien der Geisteswissenschaft im Gedanken an die Toten vorlesen, dann ist das ein wirkliches Gemeinschaftsleben mit den Toten. Denn die Geisteswissenschaft spricht eine Sprache, die den lebenden und den toten Seelen gemeinschaftlich ist. Aber es handelt sich darum, immer mehr und mehr gerade mit dem Gefühlsleben, mit dem durchleuchteten Gefühlsleben an diese Dinge heranzukommen.
Cite:
GA 179/1917-12-10/p010 · edition original