Dritter Vortrag

GA 179/1917-12-10/p012 ·1917-12-10 · original (original)
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Machen Sie sich das einmal klar. Wenn Sie hier einem sogenannten Lebenden vorlesen, so wissen Sie, der versteht in dem Sinne, wie man vom menschlichen Verständnisse spricht, dasjenige, was Sie ihm vorlesen. Der Tote lebt darinnen, der Tote lebt in jedem Wort, das Sie ihm vorlesen, der Tote dringt ein in dasjenige, was durch Ihr eigenes Gemüt zieht. Der Tote lebt mit Ihnen, er lebt intensiver mit Ihnen, als er jemals in dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode hat leben können. Das kann sich Ihnen steigern zum Verständnisse der Gemeinschaft mit dem Toten. Und diese Gemeinschaft mit dem Toten ist eigentlich, wenn sie gesucht wird, eine recht innige, und es steigert sich dieses Zusammensein mit dem Toten durch schauendes Bewußtsein.

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Cite: GA 179/1917-12-10/p012 · edition original