Dritter Vortrag
Die Art, wie sich der Mensch allmählich in diese Reiche einlebt, in die Reiche der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter, kann man so bezeichnen, daß man sagt: Man fühlt es wie ein Loslösen von sich. — Wiederum müssen wir uns eine Vorstellung aneignen von diesen Dingen, die man in der physisch-sinnlichen Welt gar nicht gewinnen kann. In der physisch-sinnlichen Welt lernen wir, wenn wir von Kindheit auf wachsen, allmählich die Dinge kennen: zuerst unsere nächste Umgebung, dann dasjenige, was im weiteren Umkreise unsere Lebenserfahrung werden soll und so weiter. Wir lernen die Dinge so kennen, daß wir wissen, sie treten nach und nach an uns heran. Das ist nicht der Fall zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Da fühlen wir von dem Momente an, wo wir wissen, jetzt stehen wir in Beziehung zu den Angeloi, da fühlen wir, wie wenn wir mit ihnen schon von Ewigkeit her verbunden gewesen wären, wie wenn wir zu ihnen gehörten, eines mit ihnen wären, aber wie wenn das Bewußtsein sich nur dadurch entwickeln kann, daß wir gewissermaßen es dahin bringen, die Vorstellung von den Angeloi von uns loszulösen. Hier in der physischen Welt machen wir unsere Erfahrungen dadurch, daß wir die Vorstellungen aufnehmen. In der geistigen Welt machen wir unsere Erfahrungen dadurch, daß wir die Vorstellungen gewissermaßen aus uns heraus loslösen. Wir wissen, wir tragen sie in uns; und wir wissen, wir sind ganz und gar von ihnen erfüllt. Aber wir müssen sie, damit wir sie zum Bewußtsein bringen können, von uns loslösen. Und so lösen wir los die Vorstellungen der Angeloi, der Archangeloi, der Archai.
Cite:
GA 179/1917-12-10/p018 · edition original