Dritter Vortrag

GA 179/1917-12-10/p031 ·1917-12-10 · original (original)
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Ich habe das gerade in dem Vortrage, der über «Das menschliche Leben vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft» handelt, in einigem angedeutet. Die Pflanzen wachsen aus dem Boden von unten hinauf, Geistiges wächst von oben herunter den Pflanzen entgegen. So ist es mit allen Wesen. Was Sie hier für die Natur sehen, das ist aber in allem Dasein vorhanden. Vor allen Dingen ist ein Strom des sozialen, des erhisch-moralischen, des geschichtlichen Werdens vorhanden. Nicht solch ein fortlaufender Strom ist das Geschehene, sondern ein Zeitgeist regiert während einer gewissen Zeit, ein anderer löst ihn ab, ein dritter löst ihn ab, ein vierter löst ihn ab und so weiter. Und an den Stellen, wo ein Zeitgeist den andern ablöst, da ist auch im Strom des fortlaufenden Geschehens ein Unterschied, ein solcher Einschnitt, daß man nicht sagen kann, das, was da folgt, ist unmittelbar die Wirkung des Vorhergehenden. Es ist nicht die Wirkung des Vorhergehenden in dem Sinne, wie man sich das vorstellt.

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