Dritter Vortrag

GA 179/1917-12-10/p038 ·1917-12-10 · original (original)
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In allen Gebieten der heutigen Bildungswelt fast war das so. Wer betrachtet denn zum Beispiel, um ein Nächstes zu berühren, hier in diesem Lande, der Schweiz, dieses Leben so, daß er sich sagen würde: Hier in der Schweiz hat im 19. Jahrhundert in den fünfziger Jahren ein Mensch gewirkt, der bedeutungsvolle Gedanken hegte, die dazumal allerdings philosophische Gedanken waren, die aber von zwei oder drei andern hätten aufgenommen, popularisiert zu werden gebraucht, und die in der fruchtbarsten Weise hätten eingreifen und die ganze Geschichte der Schweiz durchgeistigen können! - Wer denkt zum Beispiel, daß ein Geist ersten Ranges in Otto Heinrich Jäger geschaffen hat in der Mitte des 19. Jahrhunderts, einer der größten, die hier in der Schweiz geschaffen haben? Wo ist sein Name, wo wird er genannt? Wo ist das Bewußtsein dafür vorhanden, daß, obzwar die Gedanken abstrakt zutage getreten sind, scheinbar abstrakt, sie doch hätten konkret werden und blühen und Früchte tragen können, weil ein Größtes durch diesen Kopf gegangen ist, der an der Universität in Zürich gelehrt hat, der Bücher geschrieben hat über die wichtigsten Ideen - die hineingeweht werden müßten in das Leben der Gegenwart -, über die Idee der menschlichen Freiheit und ihres Zusammenhanges mit der ganzen geistigen Welt. Von ‘einem andern Gesichtspunkte, als dann meine Freiheitsphilosophie in den neunziger Jahren entstanden ist, hat Otto Heinrich Jäger hier in der Schweiz eine Art Freiheitsphilosophie geschaffen.

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Cite: GA 179/1917-12-10/p038 · edition original