Vierter Vortrag

GA 179/1917-12-11/p007 ·1917-12-11 · original (original)
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Was ist geeignet, dies wahrzunehmen? Der Mensch hat es schon, was geeignet ist, dies wahrzunehmen; aber er hat es in einer solchen Entwickelungsstufe, daß von einem wirklichen Wahrnehmen gegenwärtig noch nicht die Rede sein kann. Was da wahrgenommen würde, das dringt in kein Auge, kein Ohr, dringt nicht in Sinnesorgane, sondern wird - ich bitte Sie, das wohl zu verstehen — eingeatmet, mit dem Atem eingesogen. Und das, was unserer Lunge ätherisch zugrunde liegt - von der physischen Lunge kann ja dabei gar nicht die Rede sein, denn die Lunge ist, so wie sie ist, kein unmittelbares Wahrnehmungsorgan —, was ätherisch unserer Lunge zugrunde liegt, das ist eigentlich Wahrnehmungsorgan, aber für den Menschen zwischen Geburt und Tod nicht brauchbares Wahrnehmungsorgan desjenigen, was da eingeatmet wird. In der Atemluft, die wir einsaugen, liegt eigentlich in bezug auf jeden Atemzug, wie er sich einfügt in den Gesamtrhythmus des Lebens von der Geburt bis zum Tode, unsere tiefere Wirklichkeit. Es ist nur so eingerichtet, daß das, was dem ganzen Lungensystem zugrunde liegt, beim Menschen auf dem physischen Plan unausgebilder ist, nicht vorgeschritten ist bis zu der Fähigkeit, wahrzunehmen. Würde das, was eigentlich unser Lungensystem aufbaut, was da ätherisch zugrunde liegt, untersucht und richtig erkannt, dann stellte es sich im Grunde genommen als ganz dasselbe dar, was physisch, für die physische Welt, unser Gehirn mit den Sinnesorganen ist. In dem, was unserem Lungensystem zugrunde liegt, haben wir ein Gehirn auf einer früheren Entwickelungsstufe, auf einer, man möchte sagen, noch kindlichen Entwickelungsstufe. Auch in dieser Beziehung tragen wir gewissermaßen - ich sage ausdrücklich: gewissermaßen - einen zweiten Menschen in uns. Und Sie stellen nicht falsch vor, wenn Sie sich denken, daß außer dem physischen Kopf, den der Mensch trägt, noch ein ätherischer Kopf vorhanden ist, der nur noch nicht als Wahrnehmungsorgan im gewöhnlichen Leben brauchbar ist, der aber in der Anlage Wahrnehmungsvermögen- hat für das, was hinter dem Bildekräfteleib, als diesen Bildekräfteleib schaffend, liegt. Dies aber, was da hinter dem Bildekräfteleib schaffend liegt, das ist dasjenige, in das wir eintreten, wenn wir durch die Pforte des Todes gehen. Den Bildekräfteleib selbst legen wir dann ab, aber was ihn schafft, was ihn produziert, in das treten wir ein. Es ist vielleicht eine schwierige Vorstellung; allein es ist gut, wenn Sie versuchen, diese Vorstellung wirklich zu Ende zu denken. Schematisch könnten wir uns die Sache doch noch verdeutlichen.

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Cite: GA 179/1917-12-11/p007 · edition original