Fünfter Vortrag

GA 179/1917-12-15/p005 ·1917-12-15 · original (original)
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Wir haben nun in den letzten Zeiten von den verschiedensten Gesichtspunkten her betont, daß der Mensch, so wie er lebt vom Aufwachen bis zum Einschlafen, also im gewöhnlichen wachen Tagesbewußtsein, eigentlich in Wirklichkeit nur etwas weiß von den Eindrücken seiner Sinneswahrnehmungen und noch von seinen Vorstellungen, daß er aber den eigentlichen Inhalt seines Gefühlslebens verträumt, und den eigentlichen Inhalt seines Willenslebens verschläft. Traum und Schlaf dehnen sich herein in die gewöhnliche Welt des Wachens, und mehr bewußt als eines’ Traumes sind wir uns auch unseres Gefühlslebens nicht im gewöhnlichen Wachbewußtsein. Mehr bewußt als im traumlosen Schlafe ist sich der Mensch seines wirklichen Willensinhaltes nicht. Denn durch unsere Gefühle, durch unseren Willensinhalt tauchen wir in dieselbe Welt hinein — das haben wir in diesen Betrachtungen betont -, in welcher wir gemeinschaftlich mit den Toten unter den Wesenheiten der höheren Hierarchien, der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter leben. Sobald wir in einem Gefühle leben - und wir leben ja fortwährend in Gefühlen -, lebt in der Sphäre, in dem Gebiete dieses Fühlens alles dasjenige mit, was im Reiche der Toten ist.

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Cite: GA 179/1917-12-15/p005 · edition original