Fünfter Vortrag
Ja, da kommen Sie aber darauf, einzusehen: wenn ein solcher Mensch achtundzwanzig Jahre alt ist und den Eindruck eines achtundzwanzigjährig entwickelten Verstandes macht, so ist das, was sein Eigen ist von diesem Verstand, den er hat, nur ein Viertel. Es hilft nichts: wenn wir mit achtundzwanzig Jahren eine gewisse Summe von Verstand haben uns eigen ist nur ein Viertel davon, das andere gehört der allgemeinen Welt an; das andere gehört der Welt an, in die wir eingetaucht sind durch unseren astralischen Leib, durch unseren ÄÄtherleib, durch unseren physischen Leib. Aber von denen wissen wir ja unmittelbar nur durch Vorstellungen, durch Sinneswahrnehmungen etwas, also auch wiederum im Ich. Das heißt, wenn wir als Menschen uns entwickeln zwischen der Geburt und dem Tode, so sind wir eigentlich rechte Scheinwesen der Wirklichkeit. Wir machen den Eindruck von viermal so gescheiten Wesen, als wir in Wirklichkeit sind. Das ist wahr! Alles, was wir außer jenem Viertel haben, das verdanken wir dem, was da waltet im historischen, im sozialen, im moralischen Wirken jener Welt, die wir verträumen, die wir verschlafen. Träume, Schlafimpulse, die wir mit der Allgemeinheit gemein haben, brodeln herauf über den Horizont unseres Daseins und befruchten unser Verstandes- und Seelenviertel und machen es viermal so stark, als es in Wirklichkeit ist.
Cite:
GA 179/1917-12-15/p014 · edition original