Fünfter Vortrag

GA 179/1917-12-15/p021 ·1917-12-15 · original (original)
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In dieser Beziehung haben wir dasjenige noch nicht erreicht, was frühere Zeiten hatten. Nur kann sich der Mensch jetzt sehr schwer in frühere Zeiten hineindenken. Frühere Zeiten hatten Mythen - Mythen, die mit dem lebendigen Leben des Volkes zusammenhingen, Mythen, die in Dichtung, in Kunst, in alles mögliche hineinwirkten. Und womit beschäftigten sich diese Mythen? Man redete im Griechischen von Odipus, von Herkules, von andern Heroen, denen man nachstrebte, die etwas getan hatten, was die Einleitung von Taten war, in deren Fußstapfen man treten wollte. Jeder einzelne wollte in ihre Fußstapfen treten. Nach rückwärts leitete der Faden des Vorstellens, der Faden des Denkens, der Faden des Empfindens. Man fühlte sich eins mit längst Verstorbenen. Dasjenige, was von den Verstorbenen als ein Impuls ausgegangen ist, das wurde erzählt im Mythus, und im Durchleben des Mythus, im Sich-Einswissen mit den Impulsen des Mythus lebten diese Menschen.

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