Sechster Vortrag

GA 179/1917-12-16/p004 ·1917-12-16 · original (original)
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Was ich hier als geschichtlich bezeichne, erstreckt sich selbstverständlich über alle Glieder des Geschehens, das aus dem menschlichen Handeln hervorgeht, also über das Soziale, das Moralische, das sonstige Kulturleben. Die materialistische Anschauung, die ja nicht bloß darin besteht, daß man auf dem Gebiete der Naturwissenschaft geistige Erscheinungen aus materiellen Grundlagen herleitet, sondern die noch in mancherlei anderem besteht, diese materialistische Anschauung möchte den Begriff der Freiheit eigentlich am liebsten ganz ausschalten. Und so möchte sie denn dasjenige, was im Laufe der Geschichte sich vollzieht, auch so auffassen, wie sie gewohnt worden ist, Naturwissenschaftliches anzuschauen, daß immer mit einer gewissen Notwendigkeit das Folgende wie eine Wirkung hervorgeht aus einer voranliegenden Ursache. Dann sagt man, indem man vielleicht glaubt, recht sachgemäß zu denken: Nun, irgendein Ereignis - auch ein solches Ereignis wie das, was jetzt so furchtbar katastrophal in unser Weltgeschehen hereingebrochen ist - sei eben eine Notwendigkeit.

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Cite: GA 179/1917-12-16/p004 · edition original