Sechster Vortrag

GA 179/1917-12-16/p008 ·1917-12-16 · original (original)
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Fragen wir jetzt einmal im Konkreten: Was gibt sich denn den Blicken des Geistesforschers kund, wenn er das Seelenauge auf solche aufgehaltene Lebensvorgänge richtet wie die charakterisierten? Das physische Auge sieht, daß da einfach Keimanlagen zugrunde gehen; aber das geistige, das Seelenauge sieht, daß da, wo solche Keimanlagen scheinbar nur - zugrunde gehen, Wesenhaftes entsteht auf einer früheren Stufe, auf einer noch nicht materiellen Stufe. Würde der Mensch verfolgen wollen, was in einem solchen Falle, wo gewissermaßen materielle Ursachen keine Wirkungen haben, wirklich geschieht, dann müßte er, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, kosmisch träumen. Der Mensch kann im gewöhnlichen Bewußtsein nur egoistisch träumen. Wenn er in der Nacht träumt, so träumt er in Gebundenheit an seinen eigenen Organismus; er ist im Traume nicht verbunden mit der Umgebung. Kann er verbunden sein mit der Umgebung und dieselben Kräfte entwickeln, die er sonst im Traume entwickelt, so ist er eben im imaginativen Vorstellen.

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Cite: GA 179/1917-12-16/p008 · edition original