Sechster Vortrag
Das Umgekehrte ist in der geistigen Welt vorhanden. Da ist die Sache so, daß nun Wirkungen da sind, welche nicht in demselben Sinne Ursachen haben wie die Bewegungen einer Billardkugel, die durch eine andere gestoßen wird, sondern welche gewissermaßen auftreten, ohne daß anzugeben ist: dies oder jenes ist ihre Ursache. Der Begriff von Ursache und Wirkung verliert eben, wenn wir den Blick auf solche Dinge wenden, seinen Sinn. In unser seelisch-geistiges Leben treten Wirkungen herein, Wirkungen aus der geistigen Welt, von denen nicht gesagt werden kann, daß sie verursacht seien. So wie wir nun den elementarischen Wirkungen, die gewissermaßen als Duft aufsteigen aus den geschilderten Prozessen, mit Begierde gegenüberstehen, mit jener Begierde, die aus unserer Lebensnotwendigkeit entspringt: wir wollen uns nähren, daher sind wir angewiesen, in jene elementarischen Prozesse, die geschildert worden sind, uns einzuspinnen -, so wie wir diesen Prozessen mit einer gewissen Begierde gegenüberstehen, so stehen wir, insofern wir Menschen des physischen Planes sind, eigentlich den geistigen Wirkungen, die in gewissem Sinne ursachenlos sind, mit Abneigung, mit Antipathie gegenüber. Wir haben das Bestreben, solche Wirkungen, die aus dem Geistigen kommen, insofern wir physische Menschen sind, nicht in uns hereinkommen zu lassen.
Cite:
GA 179/1917-12-16/p012 · edition original