Sechster Vortrag

GA 179/1917-12-16/p020 ·1917-12-16 · original (original)
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Wunder in dem Sinne, wie vielfach Menschen sich Wunder vorstellen, Wunder, wie sich auch diejenigen Menschen vorstellen, die gern in spiritistische Sitzungen gehen, das sind Dinge, von denen die wahre Geisteswissenschaft nicht sprechen kann. Wunder liegen auf ganz andern Gebieten. Wunder liegen im geistigen Geschehen. Denn wie im äußeren, natürlichen Geschehen Notwendigkeit liegt, so liegen die Wunder auf dem Felde des geistigen Geschehens. Kein Mensch, der hereintritt aus der geistigen Welt in die physische Welt, der zur physischen Verkörperung schreitet, ist eine physische Notwendigkeit. Eine Notwendigkeit ist er, weil er diese Notwendigkeit sich selbst setzt, weil er aus der geistigen Welt heraus den überbewußten Beschluß faßt, sich mit irgendeiner Vererbungsströmung zu verbinden. Bei Vater und Mutter braucht nicht die Ursache zu liegen, liegt nur die Gelegenheit. Jedes Menschen Auftreten in der physischen Welt ist ein Wunder. Daß dies hereintritt in die physische Welt, was in unserem achtundzwanzigsten Jahre erst sieben Jahre alt ist, das ist immer ein wirkliches Wunder, gegenüber dem jedes Fragen in naturwissenschaftlicher Weise nach der Ursache ein ganz gewöhnlicher Unsinn ist. Dasjenige, was so langsam in uns lebt, daß es im achtundzwanzigsten Jahre erst sieben Jahre alt ist, aus der Vererbung herzuleiten, das ist ein Unding. Wollen wir wirklich eine Herleitung vornehmen, wollen wir fragen: Woraus stammt das, was da im achtundzwanzigsten Jahre erst sieben Jahre alt ist? - so kommen wir zurück in die geistige Welt, in jene Welt, die wir mit den sogenannten Toten gemeinschaftlich haben, in jene Welt, die wir mitbevölkert haben, bevor wir herabgestiegen sind zu unserem Körper. Geister, welche unbefangen denken konnten, vermochten sich schon Begriffe von solchen Sachen zu verschaffen, wenn auch in unserem materialistischen Zeitalter nur auf schwierige Weise.

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Cite: GA 179/1917-12-16/p020 · edition original