Sechster Vortrag

GA 179/1917-12-16/p028 ·1917-12-16 · original (original)
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Für den, der die Dinge durchschaut, ist heute der Zeitpunkt herangekommen, wo der aufrichtige, Wahrheit-durchdringende Menschensinn sich sagen muß: Was man für historische Quellen hielt in bezug auf das Mysterium von Golgatha, ist durch die Gestalt, welche die Geschichtsforschung angenommen hat, erschüttert. Und man muß schon so etwas wie ein Stumpfling sein, wie zum Beispiel Adolf Harnack, der berühmte Theologe, um sich immer wieder und wiederum hinzustellen und von dem, was man, wie er sagt, auf einer Quartseite zusammenstellen kann über den Christus Jesus, zu behaupten: darinnen seien doch historische Dokumente im Sinne der heutigen Geschichte gegeben. Es sind natürlich in diesen Dingen, die auf dieser Quartseite stehen, ebensowenig historische Dokumente gegeben, wie in den Evangelien nach Harnack selber - historische Dokumente gegeben sind. Aber solches Unterfangen wie das Harnacksche, dem hunderte und hunderte von andern gegenüberstehen, hängt eben zusammen mit der ganzen Unwahrhaftigkeit unserer Zeit in solchen Dingen, die niemals bis zu den radikalen Folgerungen gehen will, welche aber eben einfach die richtigen Folgerungen sind.

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Cite: GA 179/1917-12-16/p028 · edition original