{"corpus":"steiner","locus":"GA 179/1917-12-17/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn Sie sich erinnern an den Vortragszyklus über «Inneres Wesen des Menschen und Leben zwischen Tod und neuer Geburt», dann werden Sie in Ihr Gedächtnis zurückrufen, daß es zum Leben des sogenannten Toten gehört, abwechselnd gewissermaßen sein Wesen auszudehnen über die Welt und es wieder zusammenzuziehen in sein Inneres. Ich habe das dort tiefer begründet und geschildert. Das Leben des Toten verläuft so, daß gewissermaßen eine Art Abwechselung stattfindet zwischen Tag und Nacht. Aber diese Art ist so, daß aus dem Innern auftaucht reges Leben. Man weiß: Was da auftaucht, dieses rege Leben, das ist nur das Wiederauftauchen dessen, was man in dem andern Zustande, mit dem dieser abwechselt, durchlebt hat, indem man sein Wesen ausgedehnt hat über die Welt, indem man zusammengewachsen ist mit der Außenwelt. Wenn man daher mit einem Toten zusammenkommt, trifft man abwechselnde Zustände: Solche Zustände, wo er sein Wesen über die Welt ausdehnt, wo er gewissermaßen mit seinem eigenen Wesen in die Wesenhaftigkeit seiner Umgebung, in die Vorgänge seiner Umgebung hineinwächst. Da weiß er am wenigsten, da ist für ihn eine Art von Schlafzustand vorhanden, wenn er mit seinem Wesen in die geistige Welt um ihn hineinwächst. Wenn das wieder auftaucht aus seinem Innern, dann ist für ihn eine Art Wachzustand vorhanden, dann weiß er alles das. Denn sein Leben verfließt in der Zeit, nicht im Raume. Wie wir als Besitzer des wachen Tagesbewußtseins draußen im Raume dasjenige haben, was wir hereinnehmen in unser Bewußtsein und dann wiederum uns von ihm zurückziehen im Schlafe, so ist es beim Toten so, daß er von einem gewissen Zeitraume, den er durchlebt hat, die Erlebnisse hereinnimmt in den nächsten Zeitraum und sie dann sein Bewußtsein ausfüllen. Vergangene Zeit füllt sein Bewußtsein aus, wie unser Wachbewußtsein der Raum ausfüllt. Es ist ein völliges Leben in der Zeit. Und damit muß man sich bekanntmachen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-12-17","location":null,"word_count":304,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/179/1917-12-17/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}