Siebenter Vortrag
Erinnern Sie sich an manche Auseinandersetzungen, die wir über den «Faust» gegeben haben, daß Homunkulus eigentlich nichts anderes ist als dasjenige, was als astralischer Leib bereitet werden muß, damit die Helena erscheinen kann. Aber dadurch ist er in einem andern Bewußtsein, ist sein Bewußtsein erweitert über den Astralleib. Dann haben Sie eine Verständnismöglichkeit des Wissens des Homunkulus, wenn er in den Bewußtseinsbereich des Faust selber hineinkommt. Deshalb läßt Goethe den Homunkulus werden, weil durch das Werden des Homunkulus das Bewußtsein des Faust gewissermaßen die Möglichkeit findet, aus sich herauszugehen, nicht nur in sich zu sein, sondern draußen zu sein. Und er ist auch da, wo der Homunkulus ist; der Homunkulus ist im Bewußtsein des Faust darinnen.
Cite:
GA 179/1917-12-17/p036 · edition original