{"corpus":"steiner","locus":"GA 179/1917-12-17/p039","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wie fühlt sich ein Mensch heute geradezu gescheit, tief gescheit, aufgeklärt, wenn er dergleichen hinschreiben kann: «Swedenborg, um dessen finster rätselvolle Persönlichkeit auch Goethe mit ehrfürchtigem Tasten herumgewandert ist, hat mit den Engeln jenseits der Erde verkehrt. Erzählt hat er, daß diese überirdischen Geschöpfe, mit Gedanken streitend, sogar mit Gewändern bekleidet einhergehen. Das Ringen um Erkenntnis und Aufklärung sei ihnen nicht fremd, haben sie doch eine Druckerei eingerichtet, von der sie manchmal zu besonders glücklichen Menschen einige Blätter hinabschicken. Mit hebräischen Buchstaben sind die Zeitungen des Jenseits dann bedeckt. Ein Eigentümliches der ehrwürdigen biblischen Bilderzeichen wäre es, daß jeder Strich an ihnen, jede Kante, jede Biegung, einen geheimnisvollen Geisteswert verberge. Nur lernen müsse der Mensch, das Engelsgeschnörkel richtig zu lesen, damit er in die Wahrheit des Jenseits, in das abgekehrte, ewig besonnte Leben, in die beseligende Festlichkeit und das erheiternde Paradies des Jenseits eingeweiht werde. Swedenborg, dem es gelang, bei lebendigem Leibe manchmal für das irdische Leben abzusterben und vor dem körperlichen Tode schon den Aufschwung in das Jenseits zu vollführen, hat vieles von den Engeln erfragt und über sie berichtet. Jahrhunderte vor ihm haben Babylonier, Ägypter und Juden das gleiche Kundschafterhandwerk geübt. Menschenalter nach ihm, bis zum heutigen Tage noch, tun es die auf der Erde unzufriedenen Wesen, die sich über ihre Zukunft von Gott Rates holen wollen, die auf die Gesellschaft ihrer Toten nicht verzichten, und die endlich der Meinung sind, die Brücke, die von ihrem träumeumspielten Bett bis in die Bezirke des Unfaßbaren gebaut wird, sei ein fester, seraphisch zementierter, von Geistern durchaus gestählter und getragener Weg.»","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-12-17","location":null,"word_count":260,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p039","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p039"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/179/1917-12-17/p039","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}