Siebenter Vortrag

GA 179/1917-12-17/p044 ·1917-12-17 · original (original)
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Auf solche Dinge ist es notwendig den Blick zu richten. Es ist ja sattsam bekannt, daß dasjenige, was auf dem Boden der anthroposoPhisch orientierten Geisteswissenschaft versucht wird, in beispiellosester Weise da und dort entstellt wird; zuweilen von Leuten, die sehr gut wissen, daß das Gegenteil von dem wahr ist, was sie sagen. Allein das sind zum großen Teil arme Hascherln, die innerhalb der Gesellschaft ihre persönlichen Interessen nicht befriedigen konnten, die sie befriedigen zu können glaubten, und mit denen man ja Mitleid haben kann, über die man nicht weiter zu reden braucht. Und die wissen selbst am besten, wie es mit der objektiven Wahrheit dessen steht, was sie sagen. Aber solches Gift, wie das von Max Dessoir verbreitete, das ist allerdings ernster zu nehmen, und ich mußte schon das Meinige tun, um gewissermaßen Satz für Satz die ganze philosophische Nichtswürdigkeit der Dessoirschen Auseinandersetzungen klarzulegen. Ehe nicht in weitesten Kreisen ein gesundes Urteil über solche angebliche Wissenschaftelei herrscht wie die eines Max Dessoir — und solche Max Dessoirs gibt es sehr viele - und so lange nicht ein gesundes Urteil herrscht über solche Schleppenträger der Max Dessoirei, wie zum Beispiel dieser Artikelschreiber ist, der sich natürlich dann nicht entwehren kann, seinen Artikel zu schließen mit den Worten: «Weil eben der Weg in das Jenseits so vollkommen versperrt ist» — natürlich, für das verbaute Gehirn dieses Herrn Max Dessoir ist der Weg in das Jenseits versperrt! — «haben die Menschen in den Jahrtausenden immer wieder versucht, die Schranken zu sprengen. «Magische Idealisten» nennt Dessoir diese Kämpfer um das verzweifelt feste und doch nicht greifbare Geisterreich. Er führt sie alle heran, diese Gesundbeter, Zahlenapostel, ägyptischen Zauberer, Negerheiligen, Anthroposophen, Neubuddhisten, Kabbalisten und Chasidim. Er ist ein höchst fesselnder Geschichtschreiber all der dem Wunder unterworfenen, all der dem Wunder trotzdem aufsässigen Geschlechter. Es verbrüdert sich eine eigentümliche Gesellschaft, wenn man alle Männer, die Weisen und die Narren, aufzählt, die sich um den reinen Geist versammeln wollten. Cagliostro und Kant, Hegel und auch der moderne Hexenmeister Svengali begegnen da einander, wenn sie sich lustwandelnd auf dem Wege ins Jenseits verlieren.»

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Cite: GA 179/1917-12-17/p044 · edition original