Siebenter Vortrag
Zu verhindern, daß es Menschen gibt, die in dieser Weise schreiben, ist natürlich nicht möglich, aber in weitesten Kreisen muß ein gesundes Urteil Platz greifen, welches verhindert, daß dasjenige, was auf diesem Wege in die Offentlichkeit kommt, autoritativ hingenommen wird. Denn selbstverständlich, Gedankenformen von dieser Art, herumsprühend in unserem sozialen Organismus, verhindern jede Möglichkeit eines heilsamen Fortschrittes der Menschheit. Für sich selber kann man sich, wenn man wissenschaftlichen Unrat wie den Max Dessoirschen hat angreifen müssen, die Hände waschen und kann sich damit befriedigt erklären. Aber dieser wissenschaftliche Unrat fließt und fließt, und es sind heute der Wege allzu viele, auf denen dieser Unrat fließen kann. Man muß schon manchmal ein Beispiel annageln. Es mußte in diesem Falle wiederum geschehen, weil Sie sich ja ausrechnen können, in wie viele Menschenköpfe nun wiederum einmal unter andern auch ein Urteil über die Anthroposophie hineingetrichtert wird, wenn ein solches Feuilleton wie das vom 14. Dezember 1917 in der «Neuen Zürcher Zeitung» erscheint, von einem Menschen, der als ein ganz gescheiter auf einem ebensolchen gescheiten, nämlich auf Max Dessoir, fußt!
Cite:
GA 179/1917-12-17/p045 · edition original