{"corpus":"steiner","locus":"GA 179/1917-12-17/p046","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese Dinge muß man als kulturhistorische Fakta ins Auge fassen, muß ihre kulturhistorische Bedeutung ins Auge fassen. Gewiß, es ist nur eine geringfügige Möglichkeit leider heute noch vorhanden, so etwas wie dieses Kapitel, das ich geschrieben habe: «Max Dessoir über Anthroposophie», unter die Menschen zu bringen. Denn auch in der Anthroposophischen Gesellschaft ist ja nur ein kleiner Kreis, der seine Aufgabe wirklich versteht: die Aufgabe, die Menschheit aufzuklären über die Art und Weise, wie heute oftmals Wissenschaft gemacht wird, aufzuklären in der richtigen und rechtmäßigen Weise. Und das, was heute als Wissenschaft gemacht wird, das ist aber nur ein Symptom für allgemeines Denken. Denn so, wie es in der Wissenschaft bestellt ist — wofür Max Dessoir ein schreiendes Beispiel ist mit all seinen Trabanten —, so ist es auch auf andern Gebieten bestellt. Und wenn Sie die Frage aufwerfen: Was hat in die heutige Katastrophe an tieferen Kräften hineingeführt? — bleiben Sie immer an der Oberflächenansicht, wenn Sie nicht auf diese tieferen Gründe eingehen, auf dasjenige, was in der Verrenktheit, in der gesuchten Verrenktheit und in der gesuchten Oberflächlichkeit, Scharlatanerie liegt, eine Scharlatanerie, die sich dadurch zu erhalten sucht, daß sie ernste Geistigkeit gerade der Scharlatanerie zuschreibt. Das muß in gesundem Sinne in seiner wahren Gestalt durchschaut werden. Ich führe das Beispiel von Max Dessoir nur aus dem Grunde an, weil es eben gerade naheliegt. Aber es ist ein Beispiel für vieles, was als Negatives in unserer Zeit existiert. Will einer in der Menschheit ein Herz haben für das Positive des Zusammenwachsens mit der geistigen Welt, dann muß er auch ein Herz haben zum Abweis, zum starken, herzhaften Abweis, wo es nur sein kann, des Unechten, des Oberflächlichen, des Nichtsnutzigen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-12-17","location":null,"word_count":280,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p046","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/179/1917-12-17/p046"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/179/1917-12-17/p046","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}