{"corpus":"steiner","locus":"GA 18/l06/p057","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Goethe spricht seinem Weltbilde gegenüber weder von einem bloßen begrifflichen Erkennen, noch von einem Glauben, sondern von einem *Schauen im Geiste.* An Jacobi schreibt er: «Du hältst aufs Glauben an Gott; ich aufs Schauen.» Dieses Schauen im Geiste tritt so, wie es hier gemeint ist, in die Weltanschauungsentwickelung ein als diejenige Seelenkraft, welche einem Zeitalter entspricht, dem der Gedanke nicht mehr das ist, was er dem griechischen Denker war; dem er vielmehr als ein Erzeugnis des Selbstbewußtseins sich zu erkennen gibt; aber als ein solches, welches dadurch gewonnen wird, daß sich dieses Selbstbewußtsein *innerhalb* der geistig in der Natur schaffenden Mächte weiß. Goethe ist der Repräsentant einer Weltanschauungsepoche, welche sich gedrängt fühlt, vom bloßen Denken zum Schauen überzugehen. Schiller bemüht sich, diesen Übergang Kant gegenüber zu rechtfertigen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Zeitalter Kants und Goethes","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":127,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l06/p057","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1973"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l06/p057"},{"lang":"en","edition":"AP1973","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 18/p01c06/p057","anchor_mapped":true,"anchor_method":"part_chapter","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/18/p01c06/p057"}]}