{"corpus":"steiner","locus":"GA 18/l18/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nur eine Erkenntnis wird über diese Klippe hinwegführen können, welche ins geistige Auge faßt, daß alles, was die Sinne wahrnehmen, sich durch seine eigene Wesenheit nicht als eine fertige, in sich beschlossene Wirklichkeit darstellt, sondern als ein Unvollendetes, gewissermaßen als eine *halbe Wirklichkeit.* Sobald man voraussetzt, man habe in den Wahrnehmungen der Sinnenwelt eine volle Wirklichkeit vor sich, wird man nie dazu kommen, der Frage Antwort zu finden: Was haben die selbstschöpferischen Erzeugnisse der Seele zu dieser Wirklichkeit erkennend hinzuzubringen? Man wird bei der Kantschen Meinung stehen bleiben müssen: der Mensch muß seine Erkenntnisse als die Eigenprodukte seiner seelischen Organisation ansehen, nicht als etwas, was ihm als eine wahre Wirklichkeit sich offenbart. Liegt die Wirklichkeit *außerhalb* der Seele in ihrer Eigenart gestaltet, dann kann die Seele nicht das hervorbringen, was dieser Wirklichkeit entspricht, sondern nur etwas, das aus ihrer eigenen Organisation fließt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Skizzenhaft dargestellter Ausblick auf eine Anthroposophie","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":142,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l18/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1973"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/18/l18/p005"},{"lang":"en","edition":"AP1973","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"locus":"GA 18/p02c08/p005","anchor_mapped":true,"anchor_method":"curated","anchor_confidence":"high","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/18/p02c08/p005"}]}