Vierter Vortrag

GA 180/1917-12-26/p007 ·1917-12-26 · original (original)
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Im rechten Sinne wird man das Mysterium von Golgatha sehen, wenn man in ihm dasjenige erkennt, was notwendigerweise ausgleichen muß die schädliche Kraft, die von der eben bezeichneten Seite her kommt. Alles, was das Mysterium von Golgatha bewirken kann, wirkt dem entgegen, was von den eben charakterisierten Kräften kommt. Die eben charakterisierten Kräfte können nicht anders in der richtigen Art paralysiert werden, als durch ein verständnisvolles Sich-Hingeben an das Mysterium von Golgatha. Das bloße Erzählen, daß im Beginne unserer Zeitrechnung dieses Mysterium von Golgatha stattgefunden hat, das bloße Nachreden des Evangeliums, so wie man das Evangelium nun einmal in den gebräuchlichen Kirchen auslegt, das tut es nicht; denn das würde voraussetzen das Vorurteil, daß nur im Beginne unserer Zeitrechnung eine Offenbarung möglich war. Aber die Offenbarung dauert fort. Der Christus Jesus ist immer da. Und diese Gesinnung, die den Christus Jesus als einen fortdauernd Gegenwärtigen erkennt, ist diejenige christliche Gesinnung, die durch die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft gewonnen werden kann. Aber das erfordert, daß man sich mit den einzelnen wirklichen Impulsen bekanntmacht, die mit dem Mysterium von Golgatha zusammenhängen, daß man dasjenige erkennen lernt, was im besonderen hinter dem Mysterium von Golgatha steckt.

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