{"corpus":"steiner","locus":"GA 180/1917-12-26/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die katholische Kirche hat sich eine gewisse Redeweise angewöhnt, durch die sie hinwegführt über manche gewichtige Probleme, die eigentlich im Schoße ihrer Entwickelung liegen. Die katholische Theologie spricht natürlich auch zum Beispiel von der «unbefleckten Empfängnis Mariä», aber sie wird sich nicht darauf einlassen, solche geistigen Kräfte der Seele zu suchen, wodurch diese Tatsache der unbefleckten Empfängnis Mariä begreiflich werden könnte. Wenn man sich an die aufgeklärten Theologen der katholischen Kirche wendet mit Bezug auf das Dogma von der «Conceptio immaculata», so wird man nicht eine Diskussion erwarten dürfen, wie sie wiederum in Fluß kommen muß durch die Geisteswissenschaft, sondern dann wird man etwa das Folgende hören: Man habe sich zu erheben von der Vorstellung des Weibes Maria zu dem, was eigentlich das Weib Maria geworden ist im Laufe der Entwickelung, zu der Kirche. Die Kirche ist eigentlich die Repräsentanz der jungfräulichen Maria. - Dann aber gebiert diese jungfräuliche Maria, diese Kirche, selbstverständlich auch immerwährend den Christus. Sie muß immerwährend durch den Heiligen Geist den Christus empfangen, das heißt, sie steht unter fortwährender Inspiration des Heiligen Geistes, und was sie zu offenbaren hat, ist das Wort, der Logos. Das ist auch durchaus richtiger katholischer Glaube. Der inspirierende Heilige Geist entfacht in der katholischen Kirche dasjenige, was das fortlaufende Wort ist, was im Anfange da war und was durch die Kirche, die jungfräuliche Mutter, fortwährend geboren wird.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1917-12-26","location":null,"word_count":226,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/180/1917-12-26/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/180/1917-12-26/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/180/1917-12-26/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}