Vierter Vortrag
Der kombinierende Verstand, das, was der Mensch ausdenkt über die Eindrücke der Sinne, über die Wahrnehmungen, das ist etwas, was aus seinem eigenen Inneren, und zwar aus dem untergeordneten Inneren aufsteigt. Der Mensch ist eigentlich furchtbar stolz auf sein Gehirn, besonders auf die vorderen Partien. Aber vor einer wirklichen Wissenschaft sind die vorderen Partien dieses Gehirnes viel weniger wert als die weiter zurückliegenden Partien, denn diese vorderen Partien des Gehirnes sind im wesentlichen eigentlich doch nur das umgewandelte Geruchsorgan. Und im Sinne der physischen Wissenschaft gescheit sein, heißt eigentlich: als Mensch die Geruchsnerven soweit umgebildet zu haben, daß gute Assoziationsnerven daraus geworden sind, die Werkzeuge sein können - wenn ich das Wort gebrauchen darf - für das Kombinieren der sinnlichen Vorstellungen. Gescheit sein im Sinne des materialistischen Gescheitseins, heißt eigentlich, denjenigen Teil seines Gehirns gut umgebildet zu haben, der bei den niederen Wesen, den Tieren, der Nase angehört. Es heißt eigentlich nur, einen kombinierenden guten Spürsinn zu haben.
Cite:
GA 180/1917-12-26/p022 · edition original