Vierter Vortrag

GA 180/1917-12-26/p032 ·1917-12-26 · original (original)
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Nach neuen Begriffen, nach neuen Ideen müßte eigentlich die Menschheit lechzen. Das muß man sich voll zum Bewußtsein bringen. Und wenn man heute fragt: Welche Gedanken werden denn die besten Weihnachtsgedanken sein? Welche werden nach dreiunddreißig Jahren die besten Früchte tragen? - Diejenigen werden es eben sein, die davon ausgehen, in ehrlicher und aufrichtiger Weise wirklich nach neuer Erfassung der Welt, nach neuer Erfassung der Wirklichkeit zu suchen. Sehnsucht entwickeln nach dem, was die Welt in neuem Sinne zu offenbaren hat, das sind die besten Weihnachtsgedanken; nicht stehenbleiben wollen bei demjenigen, was das Alte ist. Das ist ein heute noch durchgreifender Impuls der Menschheit: stehenzubleiben bei dem, was das Alte ist, weil sich die Menschheit so schwer aufraffen kann, das wirklich aus dem Innersten des Seelenwesens zu holen, was bekannt werden soll durch die Lippen. Der Mensch kann heute nur dann seine Aufgabe als Mensch recht erfüllen, wenn er den Willen entwickelt, bis zum Zentrum seines Wesens hinein echt und wahr zu sein, indem er nicht nur versucht, über die alten Dinge nachzudenken, sondern das Neue, das geholt werden muß aus den Tiefen des Wesens, zum Inhalte seines Bekenntnisses und auch seines Tuns macht.

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Cite: GA 180/1917-12-26/p032 · edition original