Sechster Vortrag

GA 181/1918-03-19/p019 ·1918-03-19 · original (original)
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Das ist wieder so etwas, was in einer Ähnlichen Weise unterbewußt vor sich geht, wie die Gedächtnisbildung oder wie das, was ich als das Dankbarkeitsgefühl gegenüber allen umliegenden Erscheinungen auseinandergesetzt habe. Die Verstorbenen können zu uns nur sprechen durch das Element, das da durch unsere das Leben durchwebenden Träume durchgeht. In dieses Intime, unterbewußt vorsichgehende Wahrnehmen sprechen die Toten hinein. Und sie können es, wenn wir in der Lage sind, eben mit ihnen die gemeinsame geistig-seelische Luft zu haben. Denn das ist für sie notwendig, wenn sie zu uns sprechen wollen, daß wir etwas ins Bewußtsein hereinbekommen von dem, was ich eben als das Dankbarkeitsgefühl entwickelt habe, ein Dankbarkeitsgefühl gegenüber allem, was sich uns offenbart. Wenn nichts von diesem Dankbarkeitsgefühl in uns ist, wenn wir nicht imstande sind, der Welt dafür zu danken, daß sie uns leben läßt, daß sie unser Leben fortwährend mit neuen Eindrücken bereichert, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Seele dadurch zu vertiefen, daß wir oft und oft uns gegenwärtig halten können, daß eigentlich das ganze Leben durch und durch eine Gabe ist, so finden die Toten nicht die gemeinsame Luft mit uns. Denn sie können nur durch das Dankbarkeitsgefühl mit uns sprechen, sonst ist eine Wand zwischen uns und ihnen.

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