Siebenter Vortrag
Mit ein paar Worten wollen wir zurückkommen, damit der Zusammenhang gewahrt werde, auf das, was vor acht Tagen hier vorgebracht worden ist. Ich sagte: Wenn es sich darum handelt, das Verhältnis der im Leibe verkörperten Menschenseelen zu entkörperten Menschenseelen, die zwischen Tod und neuer Geburt leben, ins Auge zu fassen, so kommt es darauf an, das geistige Auge gewissermaßen auf die «seelische Luft» zu richten, die den Lebenden mit den sogenannten Toten verbinden muß, damit ein Verhältnis zwischen beiden stattfinden könne. Und wir haben zunächst gefunden, daß gewisse Seelenstimmungen, die beim Lebenden vorhanden sein müssen, gewissermaßen die Brücke hinüberschlagen in die Reiche, in denen die sogenannten Toten sind. Seelenstimmungen bedeuten ja immer auch das Vorhandensein eines gewissen seelischen Elementes, und man könnte sagen, eben wenn dieses seelische Element vorhanden ist, wenn es seine Anwesenheit zeigt durch die entsprechenden Gefühle des Lebenden, dann findet die Möglichkeit eines solchen Verhältnisses statt.
Cite:
GA 181/1918-03-26/p003 · edition original