{"corpus":"steiner","locus":"GA 181/1918-03-26/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun die Anwendung auf das Verhältnis der Lebenden zu den Toten. Indem man diese Stimmung des Vertrauens entwickelt, macht man es wiederum dem Toten möglich, mit seinen Gedanken den Weg zu uns zu finden; denn auf dieser Vertrauensstimmung können die Gedanken gewissermaßen von ihm zu uns segeln. Wenn wir im allgemeinen Vertrauen zum Leben, Glauben an das Leben haben, werden wir die Seele in eine solche Verfassung bringen können, daß in ihr jene Eingebungen erscheinen können, welche die von den Toten gesandten Gedanken sind. Dankbarkeit gegenüber dem Leben, Vertrauen zum Leben in der geschilderten Form gehören in einer gewissen Weise zusammen. Wir können, wenn wir nicht dieses allgemeine Weltvertrauen haben, zu einem Menschen nicht ein solch starkes Vertrauen gewinnen, das über den Tod hinausreicht, sonst ist es Erinnerung an das Vertrauen. Sie müssen sich schon vorstellen, daß die Gefühle, wenn sie den nicht mehr im physischen Leibe verkörperten Toten treffen sollen, in einer andern Weise abgewandelt sein müssen als die Empfindungen, die Gefühle, die zu dem Menschen gehen, der im physischen Leibe da ist. Gewiß, wir können zu einem Menschen im physischen Leibe Vertrauen haben, dieses Vertrauen wird auch etwas für den Zustand nach dem Tode nützen. Aber es ist notwendig, daß dieses Vertrauen durch das universelle, durch das allgemeine Vertrauen verstärkt werde, weil ja der Tote nach dem Tode in andern Verhältnissen lebt, weil wir nicht bloß nötig haben, uns an das Vertrauen zu erinnern, das wir schon im Leben zu ihm gehabt haben, sondern weil wir auch nötig haben, immer neubelebtes Vertrauen an eine Wesenheit, die nicht mehr durch ihre physische Anwesenheit Vertrauen erweckt, hervorzurufen. Dazu ist notwendig, daß wir gewissermaßen etwas in die Welt hinausstrahlen, was nichts zu tun hat mit den physischen Dingen. Und mit physischen Dingen nichts zu tun hat das geschilderte universelle Vertrauen zum Leben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-03-26","location":null,"word_count":301,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/181/1918-03-26/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/181/1918-03-26/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/181/1918-03-26/p008"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}