Siebenter Vortrag

GA 181/1918-03-26/p010 ·1918-03-26 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dies zu berücksichtigen, ist in unserer Zeit außerordentlich wichtig, weil es bedeutsam’ ist, daß es auch auf das Erziehungssystem Einfluß gewinne. Wir gehen nämlich gerade mit Bezug auf solche Dinge einer bedeutungsvollen Wendung in der Menschheitsentwickelung entgegen. Die Beurteilung früherer Menschheitsepochen geschieht unter dem Einfluß unsefer Geschichte, die ja eine Fable convenue ist, wirklich in außerordentlich schiefer Weise. Man weiß nicht, wie die letzten Jahrhunderte die Menschen dazu gebracht haben, immer mehr und mehr Erziehung und namentlich Unterricht so einzurichten, daß der Mensch in seinem späteren Leben nicht dasjenige von der Erziehung und dem Unterricht hat, was er eigentlich von ihnen haben sollte. Das Äußerste, was wir unter dem Einfluß der heutigen Verhältnisse im späteren Lebensalter für das aufbringen, was wir während der Jugend in der Erziehung aufgewendet haben, ist eine Erinnerung. Wir erinnern uns an das, was wir gelernt haben, was uns gesagt worden ist, und man ist in der Regel auch zufrieden, wenn man sich daran erinnert. Dabei aber berücksichtigt man ganz und gar nicht, daß das menschliche Leben zwar vielen Geheimnissen, aber mit Bezug auf diese Dinge einem bedeutsamen Geheimnisse unterliegt. In einer früheren Betrachtung habe ich hier von diesem Geheimnis schon von einem andern Gesichtspunkte aus eine Andeutung gemacht.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/181/1918-03-26/p010.json
Cite: GA 181/1918-03-26/p010 · edition original