Elfter Vortrag

GA 181/1918-04-09/p012 ·1918-04-09 · original (original)
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eine Linie, die vom Mittelpunkt der Erde ins Universum hinausgeht. "Man hat das in alten Zeiten einfach so bezeichnet, daß man sagte: Vom Mittelpunkt der Erde ins Universum geht eine Linie, die für jeden Menschen, sogar für jeden Zeitpunkt, eine andere ist, aber immer von der Mitte der Erde hinaus nach dem Universum. Das ist die eine im Menschen wichtige Kraftlinie. Wie sie in unserem physischen Leben wirkt, so wirkt sie eben nur so lange, als dieses physische Leben dauert; denn da hält die physische Schwerkraft unseres Leibes dieser Kraft das Gleichgewicht. In dem Augenblicke, wo diese physische Schwerkraft nicht mehr so wirkt, wie sie im lebendigen Leibe wirkt, mit dem Zeitpunkt, wo der lebendige Leib Leichnam wird, da entfaltet sich diese Kraftlinie vom Mittelpunkt der Erde zum Universum hinaus als diejenige, welche zunächst unsere Stoffteilchen schiebt, trägt. Natürlich werden sie ja immer durch ihre eigene Schwere dann weiter getrieben, aber wenn wir durch lange Zeit sie verfolgen würden, was mit unseren Stoffteilen geschieht, so würden wir finden, daß sie sich zerstreuen in der Richtung dieser Kraft, wenn dies auch Jahrhunderte in Anspruch nimmt. — Die zweite Kraft, die dabei in Betracht kommt, ist eine solche, welche hauptsächlich in der menschlichen Sprache zum Ausdruck kommt. Wir reden, wir können wenigstens reden. Es ist immer ein gewisser Antrieb in der artikulierten Sprache. Eine gewisse Schwungkraft liegt in der ausgeatmeten Luft, wenn wir sprechen. Diese Kraft sieht der geisteswissenschaftliche Forscher wie um jene erste Linie herum geschlungen. Sie hat im wesentlichen eine Spiralform, um diese Vertikale herum sich schlingend. Diese Kraft verändert etwas die reine Abstoßungskraft, bringt sie in Schwung. Aber sie ist nicht allein tätig, sondern es kommt ein Drittes dazu, das von folgendem herrührt. Während das Sprechen nach außen eine gewisse Schwungkraft entwickelt, wirkt das Denken, durch das sich der Mensch vom Tier unterscheidet, entgegengesetzt. dieser in der Sprache zum Ausdruck kommenden Kraft. Damit haben wir die dritte Kraft. Wenn wir sie zeichnen wollten, so könnte dies in der folgenden Weise geschehen (siehe Zeichnung). Durch diese drei Kräfte, die Auftichtekraft, die im Sprechen wirkende Kraft und die im Denken wirkende Kraft, werden die Teile des menschlichen Leichnams nach und nach langsam in das Universum hinausdirigiert. Entgegen wirkt ihnen natürlich die Schwere und anderes, chemische Kräfte zum Beispiel, die ihnen entgegengesetzt sind. Aber diese drei Kräfte überwinden dies Entgegenwirkende.

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Cite: GA 181/1918-04-09/p012 · edition original