Fünfzehnter Vortrag

GA 181/1918-06-25/p004 ·1918-06-25 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Im geisteswissenschaftlichen Forschen tritt zu den zwei Bewußtseinsformen, die jeder Mensch kennt - das Traumbewußtsein und das gewöhnliche Tagesbewußtsein, in dem wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen leben -, eine dritte hinzu, diejenige, die wir das schauende Bewußtsein nennen. Das Traumbewußtsein kennen wir allerdings im gewöhnlichen Leben nur wie eine Art Unterbrechung des fortwährenden Bewußtseins. Allein, das ist nur aus dem Grunde, weil der Mensch sich nur zum geringen Teil seiner Träume erinnert. Er träumt eigentlich fortwährend vom Einschlafen bis zum Aufwachen, und was wir gewöhnlich als den Inhalt unseres Traumbewußtseins bezeichnen, das sind ja nur diejenigen Teile unserer gesamten Traumerlebnisse, an die sich der Mensch im wachen Tagesleben erinnert. Vom Standpunkte der Geisteswissenschaft aus müssen wir also sagen: Wir kennen drei Stufen oder auch drei Arten unseres Bewußtseins: das Traumbewußtsein, das gewöhnliche tagwachende Bewußtsein und das schauende Bewußtsein, dem die übersinnliche Welt offen ist.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/181/1918-06-25/p004.json
Cite: GA 181/1918-06-25/p004 · edition original