Siebzehnter Vortrag
Im Westen namentlich macht sich aus gewissen geheimnisvollen Untergründen heraus die Tendenz geltend, die wiederholten Erdenleben zu bekämpfen. Ein Kampf gegen die wiederholten Erdenleben | der Zukunft macht sich in gewissen sehr eingeweihten Kreisen der anglo-amerikanischen Rasse geltend. Das ist das Paradoxe, .das man dabei zu sagen hat. Man will es in einer gewissen Weise von gewissen geistigen Zentren aus im Westen dahin bringen, daß solche wiederholten Erdenleben - also solches regelmäßiges Leben zwischen Geburt und Tod, dann wieder zwischen dem 'T’ode bis zur nächsten Geburt und dann wieder zwischen Geburt und Tod - allmählich aufhören. Man will letzten Endes eine ganz andere Einrichtung des Menschenlebens bewirken, und es gibt Mittel, durch welche eine solche andere Einrichtung bewirkt werden kann. Was man will, ist nämlich das Folgende: Man will die Menschenseele durch eine gewisse Schulung, durch eine gewisse Verleihung von diesen oder jenen Kräften in einen solchen Zustand versetzen, daß sie sich nach dem Tode immer verwandter und verwandter fühlt mit den irdischen Verhältnissen, mit den irdischen Kräften, daß sie einen gewissen starken Hang zu den irdischen Kräften — natürlich zu den geistig-irdischen Kräften - bekommt, und daß sie dann nach dem Tode von den irdischen Regionen möglichst wenig weggeht, sehr nahe den irdischen Regionen bleibt, dadurch nach dem Tode einen gewissen Einfluß auf die irdischen Regionen behält und dadurch aber, daß sie den irdischen Regionen nahe bleibt, daß sie gewissermaßen als gestorbene Seele mit den irdischen Regionen fortlebt, auch der Notwendigkeit enthoben ist, wiederum wirklich in einen physischen Körper hineinzukommen. Nach einem merkwürdigen Ideal strebt die anglo-amerikanische Rasse: nicht mehr in irdische Körper zurückzukehren, aber mit den Seelen einen immer größeren und größeren Einfluß auf die Erde zu haben, mit den Seelen immer irdischer zu werden. -— Auf diese Weise also strebt sie nach einem Ideal, daß sie das Leben hier auf der Erde und das Leben post mortem, das Leben nach dem Tode, ähnlich macht. Dies wird erreicht - jetzt nur bei denjenigen, die nach dieser Richtung geschult werden, aber es wird immer mehr und mehr allgemein üblich werden, solche Schulung anzugeben -, es wird dadurch erreicht, daß man ein viel größeres, stärkeres Erdegefühl im Menschen erweckt, als das sogenannte normale ist. Würde nun während der lemurischen und der atlantischen Zeit nicht ein gewisser luziferischer und ahrimanischer Einfluß auf den Menschen sich geltend gemacht haben, so würde des Menschen Seele heute sich weniger verwandt fühlen mit dem physischen Leibe, als sie sich schon mit ihm verwandt fühlt. Das würde so zum Ausdruck kommen, daß es zahlreiche Menschen gäbe die meisten Menschen würden so sein -, die ihren Leib schon wie zur Erde dazugehörig betrachteten, die empfinden würden: Du lebst in deinem Leibe drinnen. -, ähnlich so, wie man heute empfindet: Du gehst auf dem festen Erdboden herum. - Wir rechnen heute vermöge des luziferischen Einflusses unseren Körper ganz nahe zu uns, die Erde nicht. Von der Erde sagen wir, sie sei außer uns. Aber unseren Körper rechnen wir nahe zu uns. Von einem gewissen höheren spirituellen Gesichtspunkte aus sind wir gerade so außerhalb unseres Leibes, auch im Wachen, wie wir außerhalb der Erde sind. Wir treten gewissermaßen nur mit unserer Seele auf unserem Gehirn auf; dadurch ist es die Widerlage unseres Denkens. Das weiß man heute nicht _ wegen des luziferischen und ahrimanischen Einflusses. Wäre dieser nicht gewesen, dann würden wir uns als Seelen viel fremder unserem Leibe fühlen; wir würden ihn wie einen Hügel auf der Erde betrachten, allerdings als einen beweglichen, auf den wir uns stützen, so wie wir uns sonst auf Sandhügel stützen.
Cite:
GA 181/1918-07-09/p010 · edition original