Die Drei Reiche Der Toten Das Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt
Denken Sie nur, wieviel wir haben als Erdenmenschen durch Vorstellungen, die uns zukommen aus der mineralischen und aus der pflanzlichen Welt. Wir müssen zu diesen Vorstellungen aus der mineralischen und pflanzlichen Welt auch alles dasjenige hinzuzählen, was uns aus dem Himmelsraume an Vorstellungen, an Eindrücken, an Wahrnehmungen zukommt: der bestirnte Himmel über uns, die Sonne, der Mond, indem sie uns physische Bilder als Wahrnehmungen ermöglichen während unseres Erdenlebens, gehören durchaus zu dem, was ich jetzt zur mineralischen Natur rechne. Diese mineralische und im wesentlichen - ich sage: im wesentlichen auch die pflanzliche Natur als Natur sind ausgeschlossen von dem, was wahrgenommen wird in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Dasjenige, was nach dieser Richtung hin als besonders charakteristisch hervorgehoben werden kann mit Bezug auf die Erlebnisse der sogenannten Toten, das ist, daß, wenn wir der mineralischen oder der pflanzlichen Natur gegenüberstehen, wir Menschen hier auf der Erde ein ganz bestimmtes Bewußtsein haben. Wir haben ja bei anderer Gelegenheit davon gesprochen, daß es eine Illusion ist, von der Schmerzlosigkeit oder Lustlosigkeit des mineralischen und des pflanzlichen Reiches zu sprechen. Durch dasjenige aber, was wir Menschen mit unseren Handlungen ausführen, machen wir Eindrücke auf das mineralische Reich und auch auf das pflanzliche Reich, von denen wir mit einem gewissen Recht sagen können, daß sie ohne solche Eindrücke, ohne solche Wirkungen bleiben, welche Schmerz oder Lust, Leid oder Freude verbreiten. Wir wissen, wenn wir als Menschen einen Stein zerschlagen, daß da gewisse Elementarwesen allerdings solche Lust, solches Leid empfinden, aber in unser gewöhnliches, alltägliches Bewußtsein kommt das nicht; so daß man also innerhalb des Erlebens des gewöhnlichen Erdenmenschen davon sprechen kann, daß er das Gefühl haben muß: Wenn er Steine zerklopft, wenn er irgendeine Verrichtung unternimmt innerhalb desjenigen, was mineralischer und im wesentlichen auch pflanzlicher Natur ist, so bereitet es seiner Umgebung weder Lust noch Schmerz.
Cite:
GA 182/1917-11-29/p007 · edition original