Die Drei Reiche Der Toten Das Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt

GA 182/1917-11-29/p016 ·1917-11-29 · original (original)
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Das ist ja das Eigentümliche, daß der Mensch klar in seinem gewöhnlichen Bewußtsein als physischer Erdenmensch eigentlich nur seine Sinneswahrnehmung und seine Gedanken erlebt. Waches Bewufßtsein ist nur in bezug auf dieses Wahrnehmen und Denken vorhanden; Gefühle werden eigentlich nur geträumt, und der Wille wird überhaupt verschlafen. Niemand weiß so, wie er von seinen Gedanken weiß, was sich vollzieht, wenn er nur eine Hand aufhebt, wenn der Wille also in seine Leiblichkeit hineinspielt. Auch das Walten des Gefühls, obwohl es etwas heller im Bewußtsein anwesend ist als das Walten des Willens, ist dunkel, ist nicht heller als dasjenige, was wir im Traume als Bilder vor uns haben. Leidenschaften, Affekte, Gefühle, sie werden in Wahrheit nur geträumt, sie werden nicht in der Helligkeit des Bewußtseins in den Vorstellungen und in den Sinneswahrnehmungen gelebt, erfahren; und der Wille schon gar nicht. In diesem, was da als Schlaf, als Traum in das alltägliche Leben hineinspielt, in dem lebt mit der Tote. Er lebt mit Seelen, die auf der Erde im physischen Leibe verkörpert sind, in ihnen lebt er gerade so, wie wir innerhalb der Pflanzenwelt leben, nur daß wir mit der Pflanzenwelt nicht innig verbunden sind, der Tote aber mit unseren Gefühlen, Affekten, mit unseren Willensimpulsen innig verbunden ist; er lebt fort in alledem.

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Cite: GA 182/1917-11-29/p016 · edition original