Die Drei Reiche Der Toten Das Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt
Sie sehen daraus, wie wenig eigentlich das Reich der Toten von unserem Erdenreiche wirklich getrennt ist, wie innige Verbindung zwischen diesen Reichen ist. Wie gesagt, unter normalen Verhältnissen wird der Tote nichts zu tun haben - mit den Ausnahmen, die ich nachher besprechen werde - mit dem mineralischen und pflanzlichen Reiche; wohl aber hat er zu tun mit dem, was im tierischen Reiche vorgeht. Das ist gewissermaßen der Boden, auf dem er steht. Er hat aber zu tun mit dem, was im menschlichen Gefühls- und Willensreiche vor sich geht. In diesem Reiche sind wir von den Toten durchaus nicht getrennt. Aber die Sache ist so: Man kann, wenn man durch die Pforte des Todes geht, indem man diese Verstärkungen und Schwächungen des Willens erlebt, leben mit den sogenannten Lebendigen im physischen Leibe; aber nicht mit allen, nicht mit irgendeinem. Sondern da ist das bestimmte Gesetz, daß man leben kann nur mit denjenigen, mit denen man irgendwie karmisch verknüpft ist. Also ein karmisch ganz Fremder, der hier lebt, ist für einen Toten nicht wahrnehmbar, gar nicht vorhanden. Die Welt, die der Tote erlebt, die umgrenzt sich durch das Karma, das sich hier im Leben angesponnen hat. Nur ist diese Welt nicht beschränkt auf diejenigen Seelen, die hier auf Erden sind, sondern sie dehnt sich aus auch über diejenigen Seelen, die selbst schon durch die Pforte des Todes gegangen sind.
Cite:
GA 182/1917-11-29/p018 · edition original