Die Drei Reiche Der Toten Das Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt
Und das alles dauert keineswegs für jeden dieselbe Zeit, sondern für manchen kürzer, für manchen länger. Man kann kaum aus dem irdischen Verlauf des Lebens ersehen, wie sich das nach dem Tode macht. Manche Persönlichkeiten, manche Seelen treten auf, ohne daß man es erwartet, im Bereiche des Toten, weil man aus dem physischen Leben sehr leicht falsche Schlüsse ziehen kann. Aber das ist ein Grundgesetz: daß sich der Kreis allmählich erweitert. Und das ganze Einleben in diesen Kreis, das geschieht eben so, wie ich es in jenem Vortragszyklus, der da handelt von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, geschildert habe; was in diesem, was ich da geschildert habe, eintritt in dieses Leben des Toten, das ist eben dieses sich ausbreitende Leben der Willensimpulse, die jetzt ganz genau so im Toten sind, wie die Vorstellungen im Lebendigen, durch die der Tote weiß, durch die der Tote sein Bewußtsein hat. Es ist außerordentlich schwierig, dem Erdenmenschen klarzumachen, daß der Tote im wesentlichen durch den Willen weiß, während der Erdenmensch im wesentlichen durch die Vorstellung weiß. Das macht selbstverständlich auch die Verständigung mit dem Toten schwierig.
Cite:
GA 182/1917-11-29/p021 · edition original