Die Drei Reiche Der Toten Das Leben Zwischen Tod Und Neuer Geburt
Von Ausnahmen habe ich vorhin gesprochen in bezug auf das mineralische und pflanzliche Reich. Solche Ausnahmen gelten insbesondere für unsere Periode, für unsere Zeitperiode. Für ältere Zeitperioden haben sie nicht gegolten, aber davon brauchen wir jetzt nicht zu sprechen. In unserer Zeit, in der sich eine gewisse materialistische Gesinnung notwendigerweise über die Erde hin ausbreitet, versäumen es die Menschen sehr leicht, sich spirituelle Vorstellungen anzueignen während ihres Erdenlebens. Und ich habe sogar gestern im Öffentlichen Vortrage darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch, wenn er es versäumt, sich spirituelle Vorstellungen während seines Erdenlebens anzueignen, sich hereinbannt in das Erdenleben, gewissermaßen nicht heraus kann aus diesem Erdenleben, und dadurch zu einem zerstörenden Zentrum wird. Vieles von dem, was an zerstörenden Kräften wirkt innerhalb der Erdensphäre, kommt von solchen in diese Erdensphäre gebannten Toten. Man muß eher Mitleid haben mit solchen Menschenseelen, als irgendein kritisches Urteil fällen. Denn nach dem Tode ist das Erlebnis nicht besonders leicht, innerhalb eines Reiches bleiben zu müssen, das dem Toten eigentlich nicht angemessen ist. Und dieses Reich ist eben dann in diesem Falle das mineralische und pflanzliche Reich, auch dasjenige mineralische Reich, das die Tiere in sich tragen, das der Mensch selber in sich trägt. Denn diese Wesen sind ja von dem mineralischen Reiche durchdrungen. Für solche, die keine spirituellen Vorstellungen in sich aufgenommen haben, liegt nämlich die Sache so, daß sie zurückschrecken nach dem Tode vor diesem Erleben, das überall Empfindungen hervorruft: Sie können nicht hinein in das Reich, das da waltet in der tierischen Geistigkeit und im Menschlichen; sie können nur hinein in dasjenige, was mineralischer Natur, was pflanzlicher Natur ist. Ich kann nicht ausmalen, um was es sich da handelt; denn erstens hat die Sprache für das keine Worte, zweitens aber kann man sich nur langsam und allmählich dem nähern, was da eigentlich zugrunde liegt, weil dieses Nähern wirklich zunächst etwas Schreckhaftes hat.
Cite:
GA 182/1917-11-29/p029 · edition original