Der Tod als Lebenswandlung

GA 182/1918-02-10/p026 ·1918-02-10 · original (original)
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Also der Moment des Aufwachens ist so, daß der Tote besonders gut an uns herankommt. Es kommt sehr viel an jeden Menschen von Toten heran im Moment des Aufwachens. Nicht wahr, es ist überhaupt vieles von dem, was wir im Leben unternehmen, eigentlich von den Toten oder auch von Wesenheiten der höheren Hierarchien inspiriert; wir schreiben es nur uns zu als aus unserer eigenen Seele herauskommend. Was die Toten sagen, kommt aus unserer Seele heraus. Das Tagesleben kommt heran, der Moment des Aufwachens geht vorüber, und wir sind selten geneigt, die intimen Dinge, die aus unserer Seele aufsteigen, zu beobachten. Und wenn wir sie beobachten, sind wir eitel genug dazu, alles, was aus unserer Seele herauskommt, uns selbst zuzuschreiben. Aber in alledem lebt - viel mehr, als was aus unserer Seele kommt - dasjenige, was unsere hingegangenen Toten zu sagen haben. Denn das, was die Toten zu uns sagen, steigt scheinbar aus unserer eigenen Seele herauf. Würden die Menschen überhaupt wissen, wie das Leben wirklich ist, dann würde sich aus diesem Wissen ein ganz besonderes pietätvolles Empfinden entwickeln gegenüber der geistigen Welt, in der wir fortwährend sind und in der unsere Toten sind. Und wir würden wissen bei vielem, was wir tun, daß eigentlich die Toten in uns wirken. Das muß sich in der Geisteswissenschaft nicht als äußerlich theoretisches Wissen entwickeln, sondern als etwas, was als innerliches Leben die Seele immer mehr durchziehen wird. Das muß sich entwickeln, dieses Wissen, daß rings um uns herum wie die Luft, die wir atmen, eine geistige Welt ist, und daß die Toten um uns sind, daß wir nur nicht geeignet sind, sie wahrzunehmen. Diese Toten sprechen zu unserem Inneren, aber unser Inneres, das deuten wir unrichtig aus. Würden wir es richtig deuten, so würden wir gerade durch die Wahrnehmung unseres Inneren uns verbunden wissen mit den Seelen, die die sogenannten Toten sind.

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Cite: GA 182/1918-02-10/p026 · edition original