{"corpus":"steiner","locus":"GA 182/1918-04-29/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Dinge hängen schon zusammen mit den tiefsten Lebensprinzipien und Lebensimpulsen. Und daß heute soviel Verwirrung herrscht, daß soviel Chaos herrscht, das rührt davon her, daß die Menschheit zu einem Denken gekommen ist, von dem sie zwar glaubt, es meistere die Lebenspraxis, das aber im Grunde genommen ganz ferne der wahren Wirklichkeit ist. Ein Zusammenschluß mit der wahren Wirklichkeit in einem energischen Denken, was so starke Kräfte entwickelt, daß es in die Wirklichkeit eindringen kann, das ist dasjenige, was der Menschheit von der Geisteswissenschaft kommen muß als Ideal. Dazu müssen wir aber beim Kleinen anfangen. Wir müssen beim Kinde schon den Sinn entwickeln nicht für den abstrakten Begriff, aber für das Reale, das Vorstellbare; wir müssen nur selber erst damit den Zusammenhang haben. Derjenige, der dem Kinde beibringen will die Idee der Unsterblichkeit im Bilde von dem Schmetterling, der aus der Puppe kommt, der aber selber nicht an diese Unsterblichkeit glaubt, der bringt auch dem Kinde nichts bei. Wer aber auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft steht, der weiß, daß der Schmetterling das wirkliche, von dem Weltengeist geschaffene Bild der Unsterblichkeit ist. Wir glauben selber an dieses Bild, und wir wählen nichts anderes als das, woran wir selber glauben, weil wir es wissen, oder uns bestreben, es zu wissen. Dadurch suchen wir unterzutauchen in die Wirklichkeit, suchen den Egoismus zu überwinden, der im Denken noch etwas Abstraktes haben will. Wir suchen einzudringen in den Geist der Wirklichkeit, und dadurch werden wir die Wege finden, die der neueren Menschheit notwendig sind, und um so mehr notwendig sind, weil sie am meisten verlassen worden sind von denjenigen, die sich gerade die praktischen Menschen nennen. Sie sind nicht die Praktiker, sondern diejenigen, die verarmt sind, und durch Brutalität ihre Verarmung der Menschheit aufdrängen. Hilfe wird in dieser schwierigen Lage nur kommen, wenn die Menschheit den Geist sucht und durch den Geist die Wirklichkeit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"III. Mensch und Welt","site_heading":null,"date":"1918-04-29","location":null,"word_count":309,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/182/1918-04-29/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/182/1918-04-29/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/182/1918-04-29/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}