Dritter Vortrag
Die andere Grenze ist dadurch gegeben, daß alles in unserem Bewußtsein Befindliche oder in das Bewußtsein Eintretende gewissermaßen reflektiert wird, zurückgespiegelt wird an einer inneren Zone und dadurch zur Erinnerung werden kann. Es geht das, was wir im Bewußtsein haben, nicht in die volle Tiefe derjenigen Region hinunter, die nur unterbewußt für den Menschen bleibt. Wir wollen diese beiden Grenzen herauszeichnen (siehe Zeichnung Seite 45), die Erinnerungsgrenze (links) und — wir können sie geradezu nennen die Liebefähigkeitsgrenze (rechts), die zugleich die Grenze des Naturerkennens ist. Wir haben sie bezeichnet, indem wir Lemniskaten, die nach außen offen sind, hier zu zeichnen hatten (rechts), und hier (links) hatten wir gewissermaßen Lemniskaten mit einer umgestülpten Schleife zu verzeichnen. Das (rechts) also ist dann die Region des Außen, in das der Mensch nicht mehr hineinsieht mit dem gewöhnlichen sinnlichen Anschauungsvermögen, also: nicht perzipierbar. Das (links) ist die Grenze des bewußten Lebens nach innen, in die der Mensch nicht unterzutauchen vermag mit dem Bewußtsein. Der Mensch bleibt mit seinem Bewußtsein oberhalb dieser Grenze. Würde er mit seinen be wußten Vorstellungen hinuntertauchen, so würde er keine Erinnerung haben.
Cite:
GA 183/1918-08-19/p004 · edition original