Dritter Vortrag
Nun ist aber gerade in bezug auf das Leben des seelischen Menschen angesichts dieser beiden Grenzen etwas ganz Bestimmtes zu sagen. Wenn wir in der Entwickelung der Menschheit zurückgehen etwa hinter das 8. vorchristliche Jahrhundert - Sie wissen, 747 vor Christus beginnt der vierte nachatlantische Zeitraum -, wenn wir hinter diesen Zeitpunkt zurückgehen in die früheren nachatlantischen Zeiträume, dann gilt für den Menschen dieses, daß dasjenige, was jenseits dieser Grenze liegt, doch in einer gewissen Weise noch hereinwirkte in das Bewußtsein. Und darauf beruhte eben jenes damals noch vorhandene atavistische Hellsehen. Es drangen gewisse Impulse damals herein aus dem Universum und machten sich geltend als atavistische Schauungen. So daß wir sagen können: Ganz undurchsichtig — ich meine jetzt intellektuell undurchsichtig — wurde dieses Außen erst seit dem 8. vorchristlichen Jahrhundert, und es wurde immer mehr und mehr undurchsichtig. — Jetzt leben wir im fünften nachatlantischen Zeitraum. Es ist ja undurchsichtig geblieben. Und darauf pochen ja die Leute heute ganz außerordentlich, indem sie immerzu behaupten, daß überhaupt kein Mensch eindringen könne in jenes «Ding an sich», oder wie sie es dann nennen, was da jenseits dieser Grenze liegt.
Cite:
GA 183/1918-08-19/p006 · edition original