{"corpus":"steiner","locus":"GA 183/1918-08-19/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die andere goldene Regel ist diese, daß man heute noch etwas anderes braucht für das Fruchtbarmachen des spirituellen Geistesgutes für unsere Kultur. Das erste ist etwas, was Ahriman abgerungen werden muß. Die Menschen sind heute schon gescheit, denn Ahriman sorgt dafür, daß die Menschen gescheit sind. Oh, die Menschen sind gescheit! Sie verwenden ihre Gescheitheit eben nur im materialistischen Interesse. Die Menschen sind nicht nur gescheit, sie sind übergescheit. Davon werden wir aber in den nächsten Vorträgen noch sprechen, damit Sie sehen, welchen ungeheuren Einfluß gerade das ahrimanische Element auf die menschliche Übergescheitheit der heutigen Zeit hat. Aber noch etwas anderes ist notwendig. Noch einem andern Geiste ist manches abzuringen. Wir brauchen nicht nur Gescheitheit, mit der das spirituelle Geistesgut durchdrungen werden soll, wir brauchen vor allen Dingen sehr, sehr dringlich — ja, wie soll ich es ausdrücken -, wir brauchen bei den Menschenseelen, an die das spirituelle Geistesgut herankommt, Temperament, Enthusiasmus, Feuer, Wärme. Wir brauchen Menschen, welche mit der ganzen, vollen Seele dasjenige vertreten, was spirituelles Geistesgut ist. Gerade auf spirituellem Gebiete muß den luziferischen Kräften, die sonst so wirksam jetzt sind in der Welt, dieses abgerungen werden. Es gibt einen schönen Anblick: es ist der Anblick desjenigen, der in ruhiger Klarheit, aber mit innerem Feuer und Enthusiasmus, weil es ihm eine Notwendigkeit ist, für das spirituelle Geistesgut sich erwärmen kann. Es gibt einen andern Anblick: das ist der, wo man möglichst versucht, durch das spirituelle Geistesgut eingelullt zu werden, träumerisch zu werden, hingegossen warm zu werden, aufzugehen in die universellen Kräfte, die Seele zu vereinigen mit dem göttlichen All. Das sind Gegensätze, die man in der Gegenwart doch wohl beobachten kann, Gegensätze, die es notwendig ist, zu beobachten. Denn es wird nicht leicht werden, das spirituelle Geistesgut der Menschenkultur einzuverleiben. Und es muß hinein, denn die Menschenkultur braucht es. Man wird über vieles ganz, ganz anders nicht nur denken lernen müssen, sondern auch fühlen und empfinden lernen müssen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-08-19","location":null,"word_count":320,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/183/1918-08-19/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/183/1918-08-19/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/183/1918-08-19/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}