{"corpus":"steiner","locus":"GA 184/1918-09-08/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ausgegangen sind wir ja von dem Gedanken des Augustinus, der in dem inneren Erleben wahrhaftige Gewißheit über die Welt erfahren wollte. Wir können uns heute nicht mehr auf diesen Gedanken stellen, sagte ich, aus dem einfachen Grunde, weil wir heute wissen müssen, daß jeder Schlaf des Menschen diesen Gedanken widerlegt. Denn wir könnten nimmermehr irgendwie festhalten an dem Gedanken, daß dasjenige, was der Mensch in seinem Inneren erlebt, sich post mortem, nach dem Tode erhält, also dieses im Inneren vom Menschen Erlebte ein wirklich Ewiges ist, wenn wir so hinblicken müßten auf die Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen, wie das gewöhnliche heutige Bewußtsein darauf hinblickt. Das gewöhnliche heutige Bewußtsein sieht, wie sich herabdämmert während des Schlafes dasjenige, was im Inneren des Menschen erlebt wird. Nun aber sagten wir, sobald der Mensch nur die erste Stufe des Hineinschauens in die geistige Welt absolviert, so merkt er, daß vom Einschlafen bis zum Aufwachen dasjenige, was wir das Ich des Menschen und seinen astralischen Leib nennen - also das eigentliche Geist-Seelenwesen des Menschen -, von innen so verbunden ist mit dem Wesen der Angeloi, Archangeloi und Archai, wie der Mensch sonst hier während des Wachens verbunden ist mit Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich. Nur weil der Mensch durch die weltgegnerischen Mächte sein Bewußtsein herabgedämpft erhält im Schlafe, kann er nicht merken, daß er während des Schlafes mit der Hierarchie der Angeloi, Archangeloi, Archai verbunden ist, daß die sein Ich und seinen astralischen Leib mit ihrer eigenen Wesenheit durchtränken, daß die seinen astralischen Leib und sein Ich halten und tragen. Und wir haben ausgeführt, wie von diesem Zusammenhang des Menschen mit den Geistwesen dreierlei herrührt: Erstens, daß wir mehr oder weniger deutlich auch im gewöhnlichen Bewußtsein das Gefühl der Persönlichkeit haben. Wir wissen uns als ein Ich. Wir würden uns nimmermehr als ein Ich mit dem nur wissen, was uns während des Wachens zur Verfügung steht. Wie eine Nachwirkung desjenigen, was wir während des Schlafes erleben, ist das während des Tages, während des Wachens fortdauernde Gefühl der freien Persönlichkeit. Das rührt davon her, daß vom Einschlafen bis zum Aufwachen das Engelwesen aus der geistigen Welt, zu dem wir gehören, mit uns verbunden ist. Aber auch das Erzengelwesen oder eigentlich eine Reihe von Erzengelwesen ist mit unserem Geist-Seelenwesen verbunden. Und davon rührt her als Nachwirkung im Wachen, daß wir uns wissen als Angehörige der ganzen Menschheit, daß wir uns überhaupt als Mensch auf der Erde erkennen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1918-09-08","location":null,"word_count":400,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/184/1918-09-08/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/184/1918-09-08/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}