Dritter Vortrag
Das Bewußtsein von seiner freien Persönlichkeit, wenn auch nicht ganz deutlich, hat eigentlich jeder Mensch. Schon schattenhafter steht im Hintergrunde das Bewußtsein, daß man Mensch im allgemeinen ist. Ja, gewisse Philosophen, wie Fewerbach oder wie selbst Auguste Comte, sie haben die Meinung vertreten, daß das schon eine bedeutende Entdeckung ist für den Menschen, wenn er darauf kommt, sich als Mensch im allgemeinen, als Angehöriger der ganzen Menschheit zu fühlen. Und gestern haben wir gehört, wie Auguste Comte von dem Großen Wesen spricht; damit meint er nichts anderes als den Menschen. Aber Comte spricht vom Standpunkte der gewöhnlichen materialistischen Wissenschaft; er weiß nicht, was spirituell zugrunde liegt diesem im Hintergrunde unseres Seelenlebens liegenden Bewußtsein, daß man Mensch ist. Man würde gar nichts davon ahnen können, daß man Mensch ist, wenn nicht dasjenige, was im Schlafe getrennt ist von unserem physischen und Ätherleib, durchtränkt wäre von dem Erzengelwesen.
Cite:
GA 184/1918-09-08/p005 · edition original