Dritter Vortrag

GA 184/1918-09-08/p006 ·1918-09-08 · original (original)
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Und wiederum sind wir von dem sogenannten Zeitgeist, von dem Wesen aus der Hierarchie der Archai durchtränkt. Das, was davon stammt, bleibt aber schon ein recht dunkles, schattenhaftes Bewußtsein. Ja, die heutige Menschheit hat es gar nicht, wenn sie sich nicht hineingestellt fühlt in die Geschichte, in das geschichtliche Leben. Die orientalische Weltanschauung ist überhaupt nicht vorgedrungen bis zu diesem Bewußtsein, als Erdenmensch zu leben. Das ist im besonderen die Aufgabe gewesen der abendländischen Kultur, sich als geschichtliches Wesen zu fühlen, als Wesen - also, sagen wir für uns —, die dem 19., 20. Jahrhundert angehören. Aber viel mehr als die Jahreszahl und noch einige äußerliche historische Daten - wir werden gleich nachher hören, wie wenig diese für das wirkliche Leben eigentlich Bedeutung haben -, viel mehr kennt davon das gegenwärtige materialistische Menschheitsbewußtsein nicht. Denn erst die Geisteswissenschaft führt uns dahin, zu erkennen, wie sich die Seelenverfassung des Menschen von Jahrtausenden zu Jahrtausenden ändert, wie der Mensch ein anderer wird, und wie wir jetzt zurückblicken nach alten Zeiten und wissen, daß die Menschen der dritten nachatlantischen Zeit, die ägyptisch-chaldäischen Völker, eine ganz andere Seelen- und Menschheitsverfassung hatten als wir heute. Dieses Sich-drinnenstehend-Fühlen in der ganzen Entwickelung der Menschheit, das haben wir als einen Nachklang unserer Verbindung mit dem Archewesen, mit dem Arche, während der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen. So daß wir also vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit dieser dritten geistigen Hierarchie uns verbunden wissen sollten. Nun, wie ist der Unterschied unseres Lebens vom Einschlafen bis zum Aufwachen, also jeden Tag, von dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt? Jeden Abend beim Einschlafen legen wir, ich möchte sagen, provisorisch, auf Widerruf, unseren physischen und Ätherleib ab. Der bleibt uns erhalten. Da sind wir mit diesen genannten Wesenheiten der dritten Hierarchie verbunden; wir kehren beim Aufwachen wiederum zurück in unseren physischen und Ätherleib. Anders ist es, wenn wir nicht mehr zurückkehren können, wenn wir gestorben sind. Da wird unser physischer und Ätherleib den Triebkräften des Irdisch-Werdenden übergeben, scheinbar. Wir wissen, daß das scheinbar ist, wir haben ja davon neulich gesprochen, daß das scheinbar ist; aber für unser Erleben wird unser physischer und Ätherleib den Erden- und den Himmelsräumen übergeben. Wir aber kommen dann in dieser Zeit zwischen Tod und neuer Geburt nicht nur wie im Schlafe in Berührung mit diesen Wesenheiten der dritten Hierarchie, sondern in ebenso innige Berührung mit den Wesen der zweiten Hierarchie, mit den Exusiai, also den Geistern der Form, mit den Dynameis, den Geistern der Bewegung, mit den Geistern der Weisheit, Kyriotetes, und auch mit den Wesenheiten der ersten Hierarchie, mit den Seraphim, Cherubim, Thronen. So wie wir hier unser Menschheitswesen hinrichten auf die Welt und im Umkreis der Welt uns alles dasjenige erscheint, was in den Reichen der Natur enthalten ist, so werden wir uns, jetzt nicht äußerlich, sondern innerlich, bewußt des Hereinspielens der höheren Hierarchien zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Das ist im wesentlichen von einem bestimmten Gesichtspunkte aus der Unterschied zwischen dem Schlaf und dem Totsein des Menschen, daß wir eigentlich nur während des Schlafens unmittelbar — mittelbar auch - mit den Wesenheiten der dritten Hierarchie zusammenhängen, nach dem Tode aber mit den Wesenheiten aller drei Hierarchien, bis hinauf zu den höchsten geistigen Wesenheiten.

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